StartAktuellNachrichtenAnti-Nazi-Demo „Nazi-Übergriff in Laatzen – Wir schweigen nicht!“

Anti-Nazi-Demo „Nazi-Übergriff in Laatzen – Wir schweigen nicht!“

Demo Brunkhorst
14. Juni 2010

Am 08.06.2010 hat die SPD zusammen mit Grünen, der Linken und anderen Gruppen kurzfristig eine Demonstration initiiert, die auf die Vorkommnisse in Laatzen vom Wochenende aufmerksam machen sollte.

Am Samstag sollte eine friedliche Gegendemonstration in Hannover Laatzen zum Nazi-Aufmarsch in Hildesheim stattfinden und zeigen, dass in Niedersachsen und speziell in der Region Hannover kein Platz für rechte Propaganda und braunes Gedankengut ist.
Im Anschluss an die Demonstration wurden einige der Demo-Teilnehmer auf dem Heimweg mit der Bahn von einer Gruppe gewaltbereiter Rechtsextremer bei Ankunft überrascht und mit Holzlatten und Bierflaschen angegriffen. Glücklicherweise war die Polizei zugegen und konnte Schlimmeres verhindern, so dass es niemand ernsthaft verletzt wurde.
Dennoch darf eine solche Aktion von einigen wenigen demokratie-feindlichen Gruppierungen nicht ungeachtet bleiben und es galt die Bevölkerung darauf aufmerksam zu machen und den Faschisten in Niedersachsen zu zeigen, dass sie keinen Platz haben in unserer Gesellschaft.

Deswegen haben sich spontan die Jusos und die Grüne Jugend verabredet eine Demonstration in der Innenstadt zu starten, die dieses Thema noch einmal aufgreift.
Die Demo startete gestern um 18:00 Uhr am Steintorplatz und sollte über das Schillerdenkmal hin zum Kröpcke führen. Trotz der Kurzfristigkeit haben sich spontan bis zu 80 Leute angekündigt an der Demo teilzunehmen.
Zu Beginn richtete Paulo Dias, Hauptinitiator der Demonstration einige Grußworte an die Teilnehmenden und wies auf die Wichtigkeit dieses Themas hin und stimmte die Menge auf den Marsch durch die Innenstadt ein.
Kurz nach 18:00 Uhr sollte es schließlich losgehen. Untermalt wurde die Aktion mit lautstarker musikalischer Unterstützung die von einem Transporter schallte, der die Demonstranten begleitete und so für erhöhte Aufmerksamkeit sorgen konnte.

Erster Stopp der Demo war das Schiller-Denkmal, wo die Vorsitzende der Grünen, Brigitte Deyda, ein paar Worte an die Teilnehmer richtete und in aller Deutlichkeit Rechtsextremisten und ihre ideologische Gesinnung anprangerte und dazu aufrief sich zu wehren und ihnen nicht die Straßen zu überlassen. Für Fremden- und Demokratiefeindlichkeit sei kein Platz in unserer Gesellschaft und dem könne nur durch Aufklärung und Aufzeigen dieser Missstände begegnet werden.

Demo Brunkhorst

Juso-Bezirksvorsitzender Daniel Brunkhorst bei seinem Redebeitrag am Kröpcke

Anschließend ging es weiter zum Kröpcke mit der lautstarken Untermalung von Anti-Nazi Sprechchören. Angesteckt durch die Intensität und Leidenschaft der Teilnehmer schlossen sich spontan viele Passanten dem Zug an und demonstrierten mit.
Am Kröpcke angekommen, schickte Initiator Paulo Dias noch einmal stimmungsvolle Worte an alle Zuhörer und bat um Beteiligung und darum sich der „braunen Pest“ einfach hinzugeben. Auch wenn die Gefahr nicht allgegenwärtig für jedermann sei, so dürfe nicht erst reagiert werden, wenn das „eigene Haus in Flammen stünde“. Die Problematik sei latent vorhanden und sei wieder dabei sich in die Gesellschaft einzuschleichen unter dem Deckmantel einer angeblich friedlichen Partei am rechten Rand der Gesellschaft. Durch den Einzug in die regionalen Parlamente und die Propaganda rechtspopulistischer Karrieristen würde die Bedrohung in erheblichem Maße zunehmen und dem gelte es Einhalt zu gebieten.

In weiteren Redebeiträgen wurde unter anderem eine Reform des Artikels zur Versammlungsfreiheit gefordert, so dass es eindeutig verfassungsfeindlichen Gruppierungen erschwert wird, ihre rechtsextremen Aufmärsche abzuhalten. Darüber hinaus gab es noch Kritik an der Verteilung sicherheitspolitischer Ressourcen, die nach Auffassung linker Gruppen falsch eingesetzt würden. Die Überwachung einzelner Gruppen solle den Schwerpunkt eher auf die rechtsextremen Parteien legen, weniger auf die linken Parteien.

Kurz nach 19:00 Uhr wurde die Demonstration aufgelöst und es ist zu konstatieren, dass diese sehr erfolgreich war, auch im Hinblick auf die Tatsache, dass sie sehr kurzfristig zu Stande kam. Die Region Hannover hat ein schnelles und richtiges Zeichen in Richtung rechte Gewalt gesetzt und die Missstände vom Samstag zu Recht in aller Schärfe angeprangert.
Dies war mit Sicherheit nicht die letzte Aktion gegen neo-nazistisches Gedankengut, es wird weiterhin zum Thema in der Öffentlichkeit gemacht um den Rechten keine Plattform zu bieten und durch Aufklärung ein neues Aufkeimen oder womöglich höhere Stimmanteile bei den nächsten Wahlen zu verhindern.



 



 

 
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